Vor ca. 20 Jahren hat sich unser Verein entschlossen, seinen Aufgabenbereich um eine Kindergruppe zu erweitern. Mit vier Interessierten begann damals alles. Im Laufe der Jahre hatte diese Gruppe eine Spitze von 37 Kindern erreicht – im Schnitt aber bewegte sich die Zahl zwischen 20 und 26. Damit war auch die Platzkapazität in unserem Spiellokal ausgeschöpft. Unser primäres Ziel war es nicht Spitzenspieler »zu produzieren«, sondern im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt-West einen sozialen und damit Integrationsbeitrag zu leisten.
Wenn dann einige Kinder »Potential« entwickeln, wird das vom Verein natürlich gefördert.
Bedeutende Erfolge gab es zuerst ausschließlich bei den Mädchen, wo eine unserer Spielerinnen von einem badischen Spitzenverein wiederholt als Gastspielerin für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft angefordert wurde, und auch zu Einsätzen in unserer 1. Mannschaft kam. Zwei weitere Mädchen verstärkten bei dem gleichen Verein dessen Mädchen-Mannschaften.
Aktuell gehört wieder eine Jugendliche zum Stamm der 1. Mannschaft in der Landesliga. Mehrmals badische Meisterin und Vizemeisterin, ist sie zurzeit in die Rangliste der KSF 1853-Frauenbundesligamannschaft als Gastspielerin aufgenommen.
Ein großes Talent verloren wir leider im vergangenen Jahr (lebt jetzt in Griechenland) mit einem Mädchen, das bereits mehrere badische und Bezirksmeistertitel in den Altersklassen U10 bzw. U12 sammelte, und zu großen Hoffnungen berechtigte. Sie spielte bereits mit 11 Jahren in unserer 3. Mannschaft in der Bezirkslasse – und das außerordentlich erfolgreich …
Doch mittlerweile zogen auch unsere Jungs nach. In der Saison 2019/2020 begann es, als sich zwei unserer Talente dahingehend verbesserten, dass sie zweimal den Bezirksmeister und einmal - gleichzeitig den Vizemeister stellten. Auch in der jüngsten Vergangenheit konnten diese Ergebnisse in der Altersklasse U18 wiederholt werden. Ein weiterer großartiger Erfolg gelang einem unserer Jugendlichen mit dem Titelgewinn im Bezirkseinzelpokal bei den Erwachsenen.
Aktuell spielt unsere seit ein paar Jahren bereits erfolgreiche Jugendmannschaft in der Kreisklasse B, wo sie sehr wahrscheinlich den Aufstieg in die A-Klasse schaffen wird.
Durch Neuzugänge ist es logisch, dass die Kinder über einen unterschiedlichen schachlichen Wissensstand verfügen. Deshalb sind die Kleinen auch in verschiedene Kenntnis-Gruppen eingeteilt, damit niemand über- oder unterfordert ist. Für die »Fortgeschrittenen« stehen Peter Sewarte und Christian Vetterolf zur Verfügung, um die »Neuankömmlinge« kümmern sich Ralf Kissel und Frank Schmidt.
Die Zeit, die uns mit den Jugendlichen zur Verfügung steht (freitags von 18.15-19.45 Uhr) ist in einen Theorie-Teil und freies Spielen – etwa im Verhältnis 1:3 – eingeteilt. So können sie das Erlernte dann auch gleich praktisch anwenden.
Das vom Deutschen Schachbund herausgegebene Lehrbuch „Schach - Zug um Zug“ dient als Leitfaden zum Erlernen des Schachspiels. Daneben benutzen wir auch die holländische »Stappen- Methode«, die Zeitung »Jugendschach« und selbst ausgearbeitetes Trainingsmaterial.
Wenn ein Kind beginnt sich für Schach zu interessieren, kann man nicht wissen, ob es die Ausdauer aufbringen wird, dem nicht ganz leicht zu erlernenden Spiel über einen längeren Zeitraum treu zu bleiben. Deswegen dürfen die »Kleinen« selbstverständlich erst einmal unverbindlich bei uns vorbeischauen.
Sollte dann mal ein Kind feststellen, eigentlich ist Schach doch nicht das Richtige für mich, so ist das kein Beinbruch für unseren Verein. Es geht hier schließlich nicht um ihn, sondern darum, dass Kinder – wenn sie etwas tun wollen – es auch gern tun.