Nachdem ich Anfang August im bayrischen Bodenmais grausam gespielt hatte, überhaupt nicht bei der Sache war, aber dafür nette Gespräche und sehr gutes Essen genießen durfte, hatte ich meine neue DWZ fast schon wieder der alten angeglichen.
Da bot sich an, vom 4. bis 6.9. das DWZ-Turnier in Bruchsal mitzuspielen. Es wird in 6er-Gruppen gespielt, jeweils eine Partie gegen die anderen Gruppenteilnehmer mit ähnlicher DWZ-Zahl. Mit 3 aus 5, keiner Verlustpartie, wurde ich nach Blitzentscheid Gruppenzweiter (ich war an 4 gesetzt) und hatte wirklich sauber gespielt.
Falls ihr mal die Möglichkeit habt, da mitzuspielen, solltet ihr das unbedingt wahrnehmen. Es ist sehr angenehm, nett, preislich top, gutes Essen, sehr nette Leute. Das Bild zeigt mich im Vereinsshirt bei meiner Gewinnpartie, wie man am Gesichtsausdruck sieht.
Der Boxsack blieb daher unberührt.
9.9.2026 von Ralf KisselDas Traditionsturnier auf der anderen Rheinseite war auf 80 Teilnehmer begrenzt und diese Teilnehmerzahl wurde auch erreicht. Das lag nicht zuletzt daran, dass der SK Mannheim mit immerhin sechs Spielern (Paul und Timo Köllner, Klaus Overhoff, Roland Brethauer, Pascal Gerhardt und Peter Sewarte) vertreten war, wobei die Gruppe noch durch Lennard Böhm ergänzt wurde, der uns gerade Richtung Heidenheim verlassen hat.
Klaus und Pascal trafen gleich in Runde 1 aufeinander. Das sollte aber auch das einzige vereinsinterne Duell bleiben. Einzige Überraschung in Runde 1: Peter gab in aussichtsreicher Stellung den Sieg aus der Hand und versuchte bis 23 Uhr vergeblich den Fehler auszubügeln. Das Remis gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner war DWZ-mäßig nicht auszugleichen, weil in Runde 2 ein DWZ-loser Gegner wartete. Einziger Trost: es gelang ein sehr schönes Matt.
Ein Highlight in Runde 2 war Timos Marathonpartie, in der er mit Glück und Geduld gegen einen starken Gegner mit Turm und zwei Bauern gegen Springer, Läufer und zwei Bauern Remis hielt. Das andere war Pascals Remis oben auf der Bühne gegen einen Spieler mit DWZ 2142.
Sieht man sich die Ergebnisse aus Runde 3 an, so haben die Mannheimer offenbar am Samstagnachmittag eine Auszeit genommen. Nur Paul und Roland konnten ihre Spiele gewinnen. Bei Roland blieb es leider der einzige Punkt. Klaus verlor auch die dritte Parte in Folge, drehte dann aber groß auf und gewann die letzten beiden Spiele. Für ihn war es schade, als das Turnier zu Ende ging.
Paul konnte in Runde 4 einen starken Gegner besiegen und hatte 3 aus 4. Peter quälte sich in weit über 5 Stunden bis zum Sieg in einem komplizierten Damenendspiel. Da war es 14:45 Uhr. Start von Runde 5 um 15 Uhr.
In der letzten Runde konnte Timo noch seinen Bruder Paul sowie Pascal und Peter abhängen und erreichte mit 3,5 Punkten einen hervorragenden 15. Platz. Pascal und Paul trennte erst die zweite Feinwertung (7,5 zu 7 Sonneborn-Berger). Sie belegten mit 3 Punkten die Plätze 25 und 26. Mit 2,5 Punkten wurde Peter 40., Klaus kam mit Schlussspurt auf 2 Punkte und Platz 59. Roland erreichte mit einem Punkt Platz 70.
Trotz der Hitzeschlachten war es ein schönes Turnier und es hat sich die Fahrt über den Rhein gelohnt.
Die Ergebnisse des Turniers sind hier zu finden.
10.08.2026 von Peter SewarteDie Sommerferien stehen bevor und das Bürgerhaus Neckarstadt schließt drei Wochen lang im August. Auch die restlichen drei Ferienwochen gibt es dort keinen regulären Betrieb. Aus diesem Grund werden wir auch dieses Jahr wieder in den Sommerferien schließen.
Es findet vom 25.07. bis zum 17.09. kein Jugendtraining oder Spielabend der Erwachsenen im Bürgerhaus statt. Erster Freitag nach der Pause ist der 18.09.2026.
Ich wünsche allen Mitgliedern und den Angehörigen eine schöne Ferien-, bzw. Urlaubszeit.
Angekündigt war das Neckarsteinacher Jugendopen für Anfang August, den 1. und 2.. Das hatten Timo und Paul Köllner wohl falsch verstanden. Jedenfalls landeten sie am Ende auf dem 1. und 2. Platz der Tabelle bei 86 Teilnehmern. Gleichzeitig gewann Timo die Altersklasse U18 und Paul die U14.
Aber mal der Reihe nach. Die erste Runde verlief für die meisten Mannheimer gut, nur Maksim hatte keine Chance gegen seine Gegnerin Jasmin Mersmann, die am Ende Platz 3 belegte, einen halben Punkt hinter Timo und Paul. Nikoloz, Aristotelis, Paul und Timo gewannen. Dabei tat sich Timo in Runde 1 sehr schwer, konnte erst im Schwerfigurenendspiel gewinnen, als sein Gegner unbedacht die Bauern vor dem König bewegte.
Für Nikoloz blieb es der einzige Sieg, er kam noch auf zwei Unentschieden, das zweite davon sehr glücklich. Seiner jungen Gegnerin ging nach fast drei Stunden die Puste aus. Maksim konnte zwei Siege einfahren bei drei Niederlagen und erreichte Rang 52, einen Platz hinter Nikoloz auf Rang 51.
Aristotelis begann mit zwei Siegen, stand in Runde 3 im Turmendspiel mit zwei Mehrbauern klar auf Gewinn. Auf einmal verschwanden die beiden Türme, jeder hatte eine Dame und das Spiel endete mit Remis durch Dauerschach. Damit war der Faden gerissen. In den anderen beiden Runden hatte Aristotelis jeweils gute Gewinnchancen, holte aber nur noch einen halben Punkt und war mit 3 Punkten und Platz 30 sehr unglücklich.
Nichts für schwache Nerven war die Schwarzpartie von Paul gegen den Viernheimer Marco Yang. Die Zuschauer waren der Meinung, es sieht nicht gut aus für Paul. Als sein Gegner versuchte, ihm den entscheidenden Schlag zu versetzen, ging der Schuss aber nach hinten los. Paul blieb cool und gewann einen Turm. Ein paar Schachgebote musste er aushalten, dann war das Spiel zu seinen Gunsten entschieden.
In der Schlussrunde mussten Paul und Timo als alleinige Führende gegeneinander antreten. Sie belauerten sich gegenseitig und noch mehr die Verfolger. Als klar war, dass es reicht für den ersten Platz in ihren Altersklassen, folgte unvermeidlich der Friedensschluss.
Während Aristotelis wirklich gut gespielt hat – bis kurz vor Ende der Partien – gelang Timo und Paul ein herausragendes Turnier. Die zwei Punkte von Maksim sind in Ordnung, Nikoloz wäre sicher gern weiter vorn gelandet.
Als im November des letzten Jahres feststand, dass der DSB seinen »Schachgipfel« – alle Deutschen Meisterschaften zeitgleich an einem Ort – in Dresden durchführen wird, setzte sich bei mir der Gedanke fest daran teilzunehmen; ich konnte schließlich meinen jährlichen Verwandtschaftsbesuch damit verbinden. Also buchte ich in meinem Stammhotel bereits im Dezember, und meldete mich zeitgleich für das 65+-Turnier an (übrigens als einer der Ersten). Worauf ich mich da einließ, war mir natürlich klar: es würde für mich »ein Turnier der Niederlagen« werden.
Den Start legte ich in die Hände der Bundesbahn; keine gute Idee aber nicht zu ändern. Bis Frankfurt (wo ich umsteigen musste) lief noch alles nach Plan. Im selben Zug fuhr auch Jürgen Dammann mit, allerdings 1. Klasse, und auf dem Bahnsteig begrüßten wir erst einmal FM Christian Maier, der für die Chess960-Meisterschaft gemeldet hatte. Pünktlich fuhr auf unserem Bahnsteig der ICE ein – allerdings nicht der nach Dresden, sondern nach Nürnberg; kein Problem (dachten wir), eine kurze Verspätung war ja zu verkraften. Allerdings auf den Bahnsteigen 6 und 7 war die Durchsage außer Betrieb, und so erfuhren wir die Nachricht ›der Zug nach Dresden fällt aus‹ erst über Umwege. Damit stand Warten auf den nächsten ICE zwei Stunden später an. Es gab zwar die Möglichkeit eines Regionalzuges nach Leipzig und von dort nach Dresden, aber der hatte auch schon über 50 Minuten Verspätung – also auch keine Option. Da Jürgen als 1.-Klasse-Fahrgast das Recht besitzt in der Lounge (es gibt in Deutschland nur sechs Bahnhöfe mit einer solchen Einrichtung) zu warten, bekam ich ›als Begleitperson eine Einlassgenehmigung; so war es wenigstens ein bequemeres Warten.
Der ICE nach Dresden kam dann pünktlich, hatte aber einen nicht vorgesehenen 10-Minuten-Stopp kurz vor Riesa auf freier Strecke. Von Riesa nach Dresden benötigt man zwar nur noch ca. 20 Minuten, aber es war auch nicht mehr lang hin bis 18.00 Uhr; den Zeitpunkt wo die Buchung im Hotel erlischt. 17.52 Uhr fuhr der Zug im Hbf. Dresden ein. Mein Glück war, dass sich das ibis-Hotel nicht weit vom Bahnhof in der Prager Straße befindet. ›Mit dem Glockenschlag‹ 18.00 Uhr kam ich gerade noch rechtzeitig.
Das ›Positive‹ daran war, dass man seine Nervenstärke testen konnte – und darauf würde es ja in den nächsten neun Tagen für mich ankommen.
Eine phantastische Atmosphäre! Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass sich die meisten schon von früheren Seniorenturnieren kennen, aber auch am vorgerückten Alter der Teilnehmer. Man hat schließlich nicht mehr so viel Zeit; um sich dann über Geringfügigkeiten aufzuregen ist verlorene Zeit. Kontakte sind schnell geknüpft, es finden sich bei den Gesprächen immer wieder Gemeinsamkeiten. Das verbindet.
Die Einleitung übernahmen Wolfgang Cleve-Prinz (Referent Senioren) und DSB-Ehrenmitglied Ralph Alt; danach wurden unter dem Applaus der Teilnehmer/Teilnehmerinnen die über 90-Jähringen mit einem Präsent bedacht.
Und danach ging es ans Eingemachte.
Das Los für die 1. Runde bescherte mir einen Gegner mit einer TWZ von 2033. Meine hellseherischen Kräfte wurden letztlich bestätigt. Bis zum 24. Zug stand die Partie ›ausgeglichen mit leichtem Vorteil meines Gegners‹; er besaß einen starken Springer im Zentrum, während meine Hoffnung auf meinem Läufer-Paar ruhte. Im besagten Zug kam dann der Knackpunkt der Partie; ich stellte ohne Not den c4-Bauern ein. Danach zeigte mir mein Gegner, was den Unterschied zwischen uns ausmachte: nach zehn weiteren Zügen hatte er mich auseinandergenommen. 0:1.
Auf der Besucher-Empore wartete schon Stefan Kilius (ehemaliges Mitglied unseres Vereins), und es ging zum Essen auf den Neumarkt (Standort der Frauenkirche). Dort kam es für mich auch zu einem Novum. Wir hatten zwei junge Bedienungen; die, als wir nach dem Bezahlen schon am Weggehen waren, uns nachwinkten und ›noch einen schönen Tag‹ nachriefen. Ich sollte mich bei Trinkgeldern in Zukunft vielleicht etwas zurückhalten.
Wie stark das Turnier besetzt war zeigt, dass ich auch in der 2. Runde wieder einen Gegner mit einer TWZ von 1952 als Gegner bekam, obwohl ich ja die Null stehen hatte. Herr Appelt war zu seiner Glanzzeit in jüngeren Jahren aktiv in der DDR-Oberliga am Brett. Was aber viel wichtiger ist: die Sympathie in Person!
Mit der Réti-Eröffnung konnte er mich allerdings nicht überraschen, und so kam es im 27. Zug zum Remis-Angebot von mir (ich biete nie ›Remis‹ in schlechterer Stellung), das er aber ablehnte. Ich war mir sicher, mehr als Remis schafft er aus der Stellung nicht. Und so kam es dann auch: nach 36 Zügen bot er mir Remis an – mein erstes Erfolgserlebnis!
Herr Zschunke war ein ›zäher Knochen‹, an dem ich mir die Zähne ausbiss. Gegen sein Königsindisch spielte ich offensiv ausgerichtet – mit ordentlicher Figuren-Aufstellung. Da ich seine Dame aus dem schwarzen Verteidigungsblock ablenken wollte, bot ich meinen b2-Bauern zum schlagen an. Er schlug. Aber ich kam damit trotzdem nicht zum Ziel (siehe ersten Satz). Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch meine Bauern gut verteidigt, er hatte einen schwachen Läufer auf g7, und diese kleine Schwäche ließ mich leichtsinnig werden. Und so kam es leider wie es kommen musste: am Ende fehlte mir eben dieser ›geschenkte‹ Bauer am Damenflügel. Nach dem 54. Zug musste ich die Waffen strecken.
Am Nachmittag ging es zum Grillen im Garten meines Neffen, und am Abend stand das WM-Finale auf dem Plan – zum Glück gab es hier mit Spanien den richtigen Sieger!
Nach nun zwei Niederlagen bekam ich einen leichteren Gegner (TWZ 1743). Herr Gafke – mit Weiß – machte sofort Druck auf das Zentrum. Wie fast immer wenn ich Schwarz habe, lass’ ich meine Gegner ›sich austoben‹ (bis zu einem gewissen Grade, versteht sich) und warte auf den ersten Fehler. Der schien mir im 19. Zug gekommen zu sein. (In so einer Situation, wenn der Gegner g l a u b t er stände besser, hilft mitunter ein taktisches Remis-Angebot. Kein [normaler] Spieler nimmt das dann an!) Danach ist er aber praktisch fast schon gezwungen zu gewinnen!! Also folgten prompt weitere, nun schon größere Ungenauigkeiten meines Gegners. Mit Gewalt geht eben nichts!
Als das Spiel sich schließlich drehte, bot er mir Remis. Abgelehnt. Ich musste nur noch einen der Türme von ihm tauschen. Danach spielte er mit Turm + 2 Bauern gegen meinen Turm + 4 Bauern. Im 50. Zug hatte er genug.
Eigentlich eine Partie, die man von Beginn an als ›remis-trächtig‹ bezeichnen kann. Auch wenn mein Gegner mit einer TWZ von 1936 mir gegenüber klar im Vorteil war. Aber gute Spieler sehen auch, wenn sie gegen schwächere nicht durchdringen. Und so war das Remis nach 29 Zügen die logische Folge.
Das war mir einen Eisbecher wert! Und es gibt tolle Eiscafés in Dresden!
Eine Partie zum vergessen! Im 28. Zug hätte man mir einen Speer durch den Kopf bohren können – er hätte mich nicht verletzten können: es war nichts drin was man verletzen konnte!
Und wieder so ein Gegner mit einer TWZ von 1932. Die waren mir aber inzwischen am liebsten!
Ich hatte mir vorgenommen etwas riskant zu spielen. Drei Punkte wollte ich – zwei hatte ich bereits; einen aus vier Partien würde ich schon noch schaffen …
Und so kam es zu dieser (Selbstmord)-Partie:
Was war geschehen?
Ich hielt beide Ellenbogen auf dem Tisch gestützt, und beide Hände vor dem Kinn.
Das hatte zur Folge, dass ich meinen Läufer auf f8 nicht sehen konnte. Und obwohl ich ihn doch gerade zum Schutz des Turmes eben erst dorthin gezogen hatte, dachte ich plötzlich die weiße Dame kann doch meinen Turm auf e7 schlagen!
Das soll mir einer erklären!!
Ich gab auf und reichte meinen Gegner die Hand. Der wusste nicht wie ihm geschah und stotterte: »wawawa was?« Worauf ich ihm darauf hinwies, »Sie gewinnen doch meinen Turm!« Und dann sah ich plötzlich meinen Läufer wieder … UNFASSBAR!
Es wurde eine Partie mit Nachhaltigkeit!
Meine Gedanken kreisten bis zur nächsten Partie nur um diesen Aussetzer.
Ich war immer noch irgendwo, nur nicht am Brett.
So vergab ich eine große Chance mein Punktekonto zu verbessern; mein Gegner wäre eigentlich ein ideales Opfer gewesen (TWZ 1634). Er bot mir im 16. Zug Remis an – ich lehnte ab, um dann selbst im 20. Zug Remis zu bieten; ich hatte einfach keine Lust mehr. Er nahm an.
Eine Partie, über die man am besten schweigt.
(Die Vorgeschichte zu dieser Partie, Minuten vor dem Start)
Wie eigentlich immer stellt man sich gegenseitig vor, und unterhält sich über DIES und DAS.
So auch dieses Mal.
Ich: »Ich habe im ibis-Hotel Bastei in der Prager Straße gebucht.«
Er: »Ach was, ich auch, in der 6. Etage.«
Ich: »Nee, oder? Ich auch.«
(Wir wohnten dort zwei Zimmer auseinander.)
Und dann unterhält man sich über den Verein bzw. den Landesverband – und was man da so als Funktionär macht … Bis mir schließlich der Satz rausrutschte: »Ich kann eben nicht NEIN sagen; also, wenn Sie remis bieten, haben Sie es sicher.« …
Man weiß, was jetzt kommt: im 12. Zug bietet er mir Remis!
Mein ›Fehler‹: Ich stehe zu meinem Wort, und musste das Remis nun auch annehmen.
Somit hatte ich aber auch meine vorgenommenen drei Punkte eingesammelt; das ließ mich dieses ›abgesprochene Remis‹ leichter ertragen …
Am Abend hatte ich dann die Verwandtschaft zum Essen eingeladen. Ins »Ontario«, ein kanadisches Steakhouse gegenüber der Frauenkirche. Wer mal nach Dresden kommt, es ist jederzeit zu empfehlen.
Es gehört dazu – aber eigentlich möchte ich den Mantel des Schweigens über diese Partie – sprich: meine Leistung – ausbreiten. Gegner war wieder »so ein ehrgeiziger« Neunzehnhunderter (1945).
Bis zum 10. Zug lief alles noch in normalen Bahnen. Im 32. Zug war ich tot. Eine hochverdiente Niederlage! Manchmal spiel’ ich eben solchen Schrott.
Ich hatte somit viel freie Zeit an diesem Samstag und war zusammen mit meinem Freund im Residenzschloss – und dort besichtigten wir vor allem die Prunkgemächer der sächsischen Kurfürsten bzw. später dann Könige (ab 1806 von Napoleons Gnaden).
Wer Dresden mal besucht, MUSS diese Ausstellung besichtigen! Unbedingt!!
Am Sonntag ging es zurück in das (gegenüber Dresden) bescheidenere Mannheim. Dieses Mal machte die Bundesbahn keine Zicken. Ich kam auf die Minute in Mannheim an.
Ein unvergessliches Erlebnis! An einer Deutschen Meisterschaft teilzunehmen, das hat etwas!
Im nächsten Jahr soll der »Schachgipfel« in Stuttgart stattfinden (im Juli oder August). Ich kann nur jedem raten, wenn er in das Altersschema passt, daran teilzunehmen.
Und mein sportliches Ergebnis: Mein Spiel war gut (bis auf die letzte Partie); die Runde 6 werde ich versuchen aus meinem Gedächtnis zu löschen …
Frank
Die Karlsruher Schachfreunde trugen ihr jährlich stattfindendes Jugendopen in diesem Jahr am 19. Juli in Rheinstetten aus. Der Spielort, die Keltenhalle im Stadtteil Mörsch, bot gute Spielbedingungen für insgesamt 271 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Altersgruppen zwischen U6 und U25 sowie für teilnehmende Schulschachgruppen.
Sechs Spieler vom SK Mannheim – die gleichen, die schon im Mai in Ketsch am Start waren, traten hier zu 7 Runden Schnellschach, allerdings mit 20 Minuten Bedenkzeit, gegen starke Konkurrenz an.
Die Altersgruppe U25 wurde nach Wertungszahl in A und B-Gruppe aufgeteilt. In der U25B (bis DWZ 1700) rechnete sich Timo Köllner mit Startrang 4 Chancen auf einen Treppchenplatz aus. Am Ende belegte er mit 5/7 den 5. Platz von 32. Eine solide Leistung, mit etwas Glück wäre auch mehr drin gewesen.
In der U14 traten 38 Spieler und Spielerinnen an. Paul Köllner hatte einen tollen Start. Die ersten beiden Spiele wurden gewonnen, dann folgte ein Remis gegen einen der Mitfavoriten (DWZ 1865). Doch dann kam der Einbruch mit nur noch einem Punkt aus den verbleibenden 4 Spielen. Mit Platz 19 und 3,5/7 war er nicht zufrieden. Nikoloz Gvaramia kam auf 3/7 und Platz 22, was zum Startrang 23 passte. Als unfreiwilliger Linkshänder – der rechte Arm ist in Gips – hatte Taim Hasan bei seinem zweiten Schnellschachturnier ein Handicap. Die ersten 3 Spiele gingen verloren, einmal sehr unglücklich, als der Gegner mit 1 Sekunde auf der Uhr das Matt fand. Aber Taim bewies große Moral und holte aus den übrigen 4 Spielen noch 2 Punkte.
Ein „normales“ Ergebnis, mit 3/7 und Platz 32 von 48 erzielte Maksim Basov in der U12. Damit lag er zwei Plätze über seinem Startrang, also etwa dort, wo man ihn erwarten konnte.
Für die positive Überraschung des Tages sorgte Nuri Rosenkranz in der U8. Dabei fing es mit einer Niederlage in Runde 1 gegen einen Spieler vom SK Lindenhof an, der später Platz 4 belegte. In Runde 2 kam noch ein Lindenhöfer – dafür fährt man Richtung Karlsruhe… Nachdem Spiel 2 und 3 gewonnen wurden, kam in Runde 4 ein ziemlicher Brocken, der schon DWZ 1069 mitbrachte. Aber auch hier konnte Nuri gewinnen. Am Ende landete er mit 5/7 Punkten auf Platz 8 von 32, punktgleich mit Platz 4. Das war eine Superleistung!
Insgesamt war es ein sehr schönes Turnier, das von Kindern und Jugendlichen aus ganz Baden-Württemberg und zum Teil darüber hinaus sehr gut angenommen wurde.
Einmal im Jahr trifft sich die Schachjugend der weiteren Umgebung in der Rheinhallein Ketsch zum Schnellschachturnier. Mit 165 Teilnehmern waren in diesem Jahr am 13. Juni etwas weniger am Start als in den letzten Jahren, aber es lief wohl zeitgleich in der Pfalz ein ähnliches Turnier. Wenn man sich die Startranglisten in den einzelnen Altersklassen (U8, U10, U12, U14 und U25) ansieht, dann fällt auf, dass das Niveau sehr hoch war. Insofern durfte man gespannt sein, wie die 5 Teilnehmer vom SK Mannheim abschneiden würden.
Nuri spielte in der U8 sein allererstes Turnier und war – das darf man wohl sagen – hellauf begeistert. Gleich das erste Spiel wurde gewonnen, das war wichtig. Es folgte dann ein Gegner, der schon fast 1100 DWZ aufzuweisen hatte. Das war zu viel. Später konnte er aber eine Gegnerin mit über 900 besiegen. Mit 4 Punkten aus 7 Spielen kann er mehr als zufrieden sein. Es reichte am Ende für Platz 11 von 23.
In der U12 waren wir mit Maksim vertreten. Er hatte das Pech, in der ersten Runde gegen den Turnierfavoriten (DWZ 1891) antreten zu müssen. Danach kam er nicht so wie erwartet ins Turnier, obwohl er doch am liebsten Schnellschach spielt. Mit 3 Punkten und Platz 30 von 49 war er als einziger Mannheimer nicht zufrieden.
Paul und Nikoloz spielten beide in der U14 und leider auch gegeneinander. Mit 5 aus 7 Punkten (der Sieger hatte 5,5) konnte sich Paul von Startrang 7 auf Platz 6 von 30 Teilnehmern verbessern. Kurioserweise war seine einzige Verlustpartie gegen einen Spieler ohne DWZ. Das war eine solide Leistung. Noch besser zu bewerten sind die 4 Punkte und damit der 10. Platz für Nikoloz, der von Rang 14 gestartet war.
In der U25 traten 25 Spieler an. Mangels Masse wurden U16 und U18 mit der U25 zusammengelegt. So war Timo einer der jüngeren im Feld. Dennoch konnte er sich von Startrang 10 auf Platz 6 verbessern, bei 4,5 Punkten. Er hatte das „Glück“ gegen einen von zwei 2100ern antreten zu dürfen. Da darf man mal verlieren. Ansonsten hat er ein sehr gutes Turnier gespielt.
Als Fazit lässt sich sagen, es war mal wieder ein schönes, gut organisiertes Turnier. Traditionell zog wie immer Waffelduft durch die Halle, Stimmung und Wetter waren gut und die meisten waren mit ihren Ergebnissen sehr zufrieden.
(FS) Die 39. Auflage der Hasslocher Schachtage war gleichzeitig eine Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des SC 1926 Hassloch. So gab es natürlich eine Reihe von Auszeichnungen für besonders verdienstvolle Vereinsmitglieder, für die zahlreichen freiwilligen Helfer, die seit Jahrzehnten/Jahren dieses Großturnier in Rheinland-Pfalz immer zur Zufriedenheit der Schach-Besessenen organisieren, die an den Pfingstfeiertagen den Weg in „Deutschlands größtes Dorf“ finden.
In diesem Jahr waren es insgesamt 344 – 128 im A-Turnier und 216 im B-Turnier.
Unser Klub war mit acht Spielern dabei; Christian (Vetterolf) spielte im A-Turnier, Peter Kilthau, Peter Sewarte, Christian Strieck, Lennard Böhm, Frank Schmidt, Hein-Peter Hehemann und Klaus Overhoff nahmen im B-Turnier teil.
Dass es im A-Turnier für Christian schwer werden würde, stand von vornherein fest. So waren seine 1½ Punkte aus den sieben Runden keineswegs eine Enttäuschung; vier seiner Gegner hatten immerhin „Zahlen“ von über 2000 bzw. 1900. Ein kleines Minus an Elo-/DWZ-Punkten wird er verschmerzen können.
Bessere Karten hatten wir im B-Turnier. Plätze in den vorderen Rängen konnten hier schon erreicht werden. Und man wurde nicht enttäuscht! Peter Kilthau beendete das Turnier mit 4 Siegen und 3 Remis – macht zusammen 5½ Punkte, was in der Abschlusstabelle Platz 5 bedeutete! Der Klub gratuliert Peter zu diesem tollen Ergebnis! Und so nebenbei konnte er ein ordentliches Preisgeld „einheimsen“ … Das Plus von 36 Elo-Punkten nimmt er sicher gern mit. Außerdem lag er auch in der Seniorenwertung ganz weit vorn. Peter Sewarte erwischte einen Traumstart. Er startete mit drei Siegen und holte danach in der 5. Runde einen weiteren vollen Punkt; anschließend gab es noch zwei Remis; lediglich in der 4. Runde musste er sich geschlagen geben; das macht zusammen 5 Punkte und einen sehr guten 17. Platz. Ein Plus von 23 Elo-Punkten kann sich auch sehen lassen.
Danach gab es einen Bruch. Vier Spieler unseres Vereins landeten in den hinteren Regionen der oberen Hälfte. Auf Platz 127 kam Hein-Peter Hehemann; er holte 3 Punkte. In den ersten fünf Runden waren die Gegner höher eingestuft, trotzdem gelang es ihm einen davon zu ärgern. Die beiden restlichen Punkte gab es am letzten Spieltag, so dass das Turnier noch einen versöhnlichen Abschluss fand. Drei Plätze tiefer musste ich mich einreihen. Mit meinen 3 Punkten war ich nicht zufrieden – obwohl: mehr hatte ich auch nicht verdient. Meine Partien schwankten zwischen gut bis mangelhaft. Einige vorteilhafte Stellungen „setzte ich noch in den Sand“. Ich brachte keine Stabilität auf die Bretter. Lennard Böhm hatte durchweg gute Gegner, dass dabei immerhin 2½ Punkte herauskamen, konnte sich sehen lassen. Leider ließ er die letzte Runde aus, so dass ein besseres Ergebnis möglich gewesen wäre. Sein Ergebnis: Platz 149. Platz 157 war das Ergebnis für Klaus Overhoff. Sechs seiner Gegner hatten eine höhere Elo aufzuweisen, so dass seine 2½ Punkte sich durchaus sehen lassen können. In der vorletzten Runde spielte er gegen unseren ehemaligen Jugendspieler Aritstotelis Blatzos (jetzt SV Worms) – die Jugend siegte! Für Christian Strieck endete das Turnier nach der 5. Runde. Die beiden letzten Runden musste er absagen. Gesundheitliches Unwohlsein ließ ihm nie zu seiner Form finden. Dass es am Ende nur ½ Punkt wurde (Platz 211) sollte er ganz schnell abhaken; wir wissen, es entspricht überhaupt nicht seinem Können.
Den Tag rundete noch ein Essen im „Malzwerk“ in Mannheim ab. Leider kamen nur vier Spieler. So ein Zusammensein sollte man sich für diesen Tag einplanen … es gehört einfach mit dazu!
Peter mit Weiß gegen Holger Lassahn (SC Lindau) ½ © Harald Amann
Vom 9. – 17. Mai und für die Senioren vom 10. – 16. Mai fand das vom Bregenzer Schachklub hervorragend organisierte Turnier in diesem Jahr zum 10. Mal statt.
Nur eine Partie am Tag und dann am Nachmittag Zeit für andere Aktivitäten, das klang so verlockend, dass ich mich für das Seniorenturnier angemeldet habe. Bregenz ist eine sehr schöne Stadt direkt am Bodensee, den man nach einer Seilbahnfahrt auf den Pfänder (1064 m) auch von oben bewundern kann. Der Ort ist nicht groß, so dass man alles gut zu Fuß erreichen kann. Bei meiner Ankunft herrschte strahlender Sonnenschein bei sommerlichen Temperaturen. Am nächsten Tag folgte ein Temperatursturz mit überwiegend Regenwetter – nur am Samstagmorgen mal etwas Schnee… Mit mir zusammen waren wohl die Eisheiligen angereist.
Das Turnier fand unter sehr guten Bedingungen in einem großen Seminarraum des Grand Hotels statt, das direkt neben dem Casino angesiedelt ist. So waren manche meiner Partien auch etwas Glücksspiel. Obwohl viele Nationalitäten vertreten waren, kamen fünf meiner sieben Gegner aus Deutschland.
Mit Startrang 57 von 100 Teilnehmern erwartete mich in der ersten Runde ein Spieler aus der Oberliga Baden-Württemberg, also ein ziemlicher Brocken. Nach langer Gegenwehr ging das Spiel auch nach 67 Zügen im Turmendspiel verloren. In Runde 2 traf ich auf den einzigen Gegner, der im Startrang hinter mir lag und konnte glücklich gewinnen. In Runde 3 fand ich nach einer Ungenauigkeit meines Gegners ein Dauerschach im Damenendspiel, und in Runde 4 verpatzte mein Gegner in ausgeglichener Stellung einen Turm. Am nächsten Tag gelang mir ein sicheres Unentschieden im Endspiel. Die Vorschlussrunde brachte eine schnelle Niederlage. In sehr taktischer Stellung hatte der Gegner einfach besser gerechnet als ich. Ein Remis in beiderseitiger Zeitnot am letzten Tag sicherte die 50% und angesichts der Zahlen meiner Gegner wohl eine Verbesserung bei DWZ und Elo. Durch meine gute Buchholz-Wertung konnte ich mich auf Platz 46 vorschieben. Turniersieger wurde IM John Rodgaard von den Färöer-Inseln, dem das Wetter wahrscheinlich entgegenkam.
(FS) Zwischen Weihnachten und Silvester fand in Frankenthal die 10. Auflage des Weihnachtsopen statt. Im B-Turnier starteten auch Timo (U16) und Paul (U14) Köllner, unsere beiden sehr aktiven Jugendlichen. Sie waren im Feld der 94 Spieler/Spielerinnen in der zweiten Hälfte gesetzt; Timo auf Rang 72 und Paul auf Rang 61.
Der Jüngere (Paul) verbesserte sich im Schlussklassement auf Rang 49 und erspielte sich in den sieben Runden exakt 50 % der Punkte (2 Siege, 3 Remis, 2 Niederlagen). Der DWZ-Schnitt seiner Gegner lag um 135 DWZ über seiner eigenen DWZ. Bei der starken Besetzung des Turniers eine wirklich sehr gute Leistung.
Sein älterer Bruder hatte ein »Sahneturnier« erwischt. Ihm gelang ein Sprung von Platz 72 auf Platz 7! Dabei holte er 5 Punkte, und das gegen Gegner, die von der DWZ im Schnitt um 255 Punkte höher lagen. Aber nicht nur das: er blieb auch ohne Niederlage (3 Siege und 4 Remis).
Zwei großartige Ergebnisse, zu denen wir ihnen herzlich gratulieren.
10.01.26, 02:37 von Frank Schmidt