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Von einem tollen
(Schach)Wochenende, einer schönen Stadt und Mehdorn'schen Steinen auf dem Weg
nach Sachsen:
Unsere Fahrt zur Schacholympiade 2008 in Dresden
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Bilder in unserer Fotogalerie
Nachdem vor ca. 2 Jahren bei
mir die Idee reifte, dass Mitglieder unseres Vereins doch zur Schacholympiade
nach Dresden fahren könnten, haben damals 18 Meldungen für eine Teilnahme vorgelegen.
Als Termin legten wir den 14.-16.11.2008 fest. Am Abreisetag waren wir dann noch
zu zehnt (Michael Falter und Frau, Michael Fischer mit Frau und den beiden
Töchtern Ronja und Anna, Klaus Overhoff, als Gäste Dr. Reinhard Falkenstein und
Frau, und ich selbst).
Die
Vorbereitungen begannen mit der Quartiersuche. In Frage kam dabei nur ein
Hotel, das zentral - also nicht zu weit vom Internationalen Congress-Center
(ICC) , dem Austragungsort der Olympiade - lag, und trotzdem bezahlbar sein
musste. In Dresden ist das nicht so ganz einfach! Ich entschied mich für eines
der drei ibis-Hotels in der Prager Straße. Das Hotel „Bastei" befindet
sich
nicht weit vom Hbf. Dresden entfernt (ca. 400 m) und zum ICC läuft man von
da aus rund 20 Minuten. Der Standard dieser Hotelkette war mir von einem
Aufenthalt in Osnabrück bekannt. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Zimmer sind
geräumig und sehr gut ausgestattet; das Frühstücksbuffet konnte sich wirklich
sehen lassen (fragt mal Klaus), und das Personal war zuvorkommend - kurz: wir
fühlten uns sehr gut aufgehoben.
Der andere Partner bei der
Reise, die Bahn AG, hatte ausgerechnet in dem Zeitraum unserer Fahrt mit den
allen bekannten Achsen-Schwierigkeiten bei seinen ICE-Zügen zu kämpfen. Und das
bekamen wir deutlich zu spüren. Gehen wir dabei nicht zu sehr ins Detail, nur
so viel: Die Bahn AG hat sich nicht als fähig erwiesen, diese Krisensituation
im Interesse ihrer Kunden zu bewältigen.
Ein Beispiel: Bei der
Rückfahrt, vor allem auf dem Teilstück zwischen Leipzig und Frankfurt/Main,
musste man sich so zeitig auf den Weg zum WC begeben (obwohl noch gar kein Grund
dafür zu spüren war), dass man - wenn es nötig wurde - auch rechtzeitig dort
ankam. Es war einfach eine Katastrophe! Man konnte sich nur bewegen, wenn man
über Menschenberge stieg! Grund dafür war, dass der Ersatzzug, der uns in
Leipzig aufnehmen sollte, bereits voll war, als unser Zug aus Dresden
(ebenfalls schon überfüllt) in diesen Zug noch „untergebracht" werden musste.
Rudi und Frau hatten kurzfristig, nachdem die DB unsere
Platzreservierungen absagte und damit fast klar war dass die Bahnfahrt, immerhin jeweils 5-6 Stunden,
wohl unter dem Motto „Lieber schlecht gefahren als gut gelaufen" stand, die Notbremse gezogen und waren
zu Hause geblieben. Eine weise
Entscheidung
Dass
der Gesamteindruck dieser Reise für uns aber trotzdem sehr positiv verlief, ist
Ausdruck dafür, wie gut es uns allen in der sächsischen Landeshauptstadt gefallen
hat!
1. Tag:
Wir trafen uns um 7.45 Uhr in
der Halle des Hbf., um genügend Zeit bis zur Abfahrt um 8.12 Uhr zu haben.
Ungewöhnlich für Schachspieler: alle waren pünktlich. Es geht doch! Der Zug nach
Frankfurt kam von Saarbrücken, und wir hatten alle Sitzplätze bekommen, vor
allem auch beieinander (wegen des Gruppenerlebnisses). Das war auch die einzige
Teilstrecke, wo das klappte.
Von Frankfurt nach Leipzig mussten
sich Michael Fischer und ich größtenteils mit einem Stehplatz begnügen. Erst
kurz bevor wir in Leipzig eintrafen konnten wir uns setzen. Bemerkenswert, wie
Anna (3 Jahre und ein „Quirl") die lange Fahrt bewältigte; sie war der Star
unserer Gruppe, und sorgte so richtig für Stimmung. Ab Leipzig begannen wir
dann alle ungewollt mit dem Training für unsere Beinmuskeln, da wir in Dresden
alle Strecken laufen wollten - wir „durften" mit Stehplätzen vorlieb nehmen.
Es war schon fast ein kleines
Wunder, dass der Zug relativ pünktlich in Dresden am Hbf. eintraf. Auf dem
kurzen Weg zum Hotel wurden noch schnell ein paar Stadtpläne, die es in der Touristikinfo kostenlos gab, eingesteckt. Dann
waren wir am Ziel. Beim Einchecken dann die gute Nachricht: Unsere
Zimmerpreise waren für alle um ca. 20,-- € geringer als vorher vereinbart.
Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, ging es dann auf in Richtung ICC.
Natürlich waren nicht alle von uns Schachfans; während wir Männer also „den großen
Schachduft" schnuppern gingen, machten die Frauen einen ersten Bummel durch die
historische Altstadt (außer Ulrike, sie ging mit zum Schach) und einen Besuch
in der Frauenkirche.
Wir verabredeten uns um 18.30 Uhr vor dem
Standbild von König Johann auf dem Theaterplatz.
Im ICC hatten wir dann die
versammelte Weltspitze vor uns ausgebreitet (von den 32 Besten waren 28
anwesend). Der Eintritt am ersten Tag wurde vom Verein übernommen. Aber so
richtig nahe (hinter die Absperrungen) schienen wir nicht zu kommen; überall
wurde man an den Abgängen zur Halle (höflich) auf Distanz gehalten. Klaus ist
es zu danken, dass wir schließlich doch eine Lücke fanden, und uns unter die
Mannschaftsbetreuer mischen konnten. Der größte Andrang fand am Brett von
Wladimir Kramnik statt, aber auch unsere Nationalmannschaften waren ein
Anziehungsmagnet. Wer sich kompetente Einblicke in die laufenden Partien holen
wollte, ging in den Analyse-Trakt, wo GM Bischoff sehr kompetent, und wenn
nötig auch humorvoll, die einzelnen Partien kommentierte. Er tat das im Wechsel
mit Susa Polgar. Der Andrang dort war enorm.
Nach ca. 2½ Stunden rissen
wir uns von dem Spektakel los, schließlich wollten wir den Teil unserer Gruppe,
der dem Schach „neutral" gegenüberstand, nicht verärgern.
Zum Abendessen gingen wir
dann in die Münzgasse , eine der ältesten Straßen Dresdens (es gibt sie seit 1550),
und dort ins „Applaus". Das Essen war zwar gut - aber doch etwas teuer. Zu
späterer Zeit kam noch mein Neffe mit Frau dazu, da ich sonst keine Gelegenheit
gehabt hätte, ihnen in den drei Tagen zu begegnen.
Am
Abend kaufte unser Verein dann im Hotel noch eine Internet - verbindung für 8,-- €
und für 24 Std. (reine Zeit), so dass Michael und ich bis spät nach
Mitternacht ganz aktuell die Daheim - gebliebenen auf der Vereins-Website über
unsere Reise informieren konnten.
2. Tag:
Noch bevor die übrigen aus
ihren Federn krochen, war ich auf dem Bahnhof, um unsere Rückfahrt festzulegen.
Am Vormittag stand der Rundgang durch die historische Altstadt auf dem
Programm. Ich hoffe, dass meine Erläuterungen zu einigen wissenswerten Dingen
gut aufgenommen wurden, denn nur Frau Falter hatte einige Zwischen- und
Nachfragen; dafür vielen Dank!
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Wir begannen am Altmarkt, besuchten dann die
Kreuzkirche, und kamen zu Dresdens Wahrzeichen Nr. 1: die Frauenkirche.
Sie wurde zwischen 1993 und 2006 wieder
aufgebaut, und posiert nun auf dem inzwischen ebenfalls renovierten Neumarkt,
von ihrem ursprünglichen Ambiente umgeben, über der Stadt. Die Teilnehmer
gingen in die Kirche, während ich in dieser Zeit bei Anna die Babysitterrolle
übernahm. Danach kamen wir zum Stadtschloss der Wettiner, wo die
Hauptattraktion an der Außenfassade der „Fürstenzug" ist (neben dem
Georgentor). Am Schlossplatz befindet sich die kath. Hofkirche, zu der es
weitere Informationen gab; genauso wie zur Brühlschen Terrasse (benannt nach
dem sächsischen Staatsminister Graf Brühl), dem „Balkon Europas", wie sie
Napoleon I. 1812 genannt hatte. Anschließend führte uns unser Rundgang zum
Theaterplatz, auf dem neben der kath. Hofkirche, dem Schloss, dem
Taschenbergpalais, der Altstädter Wache, der Gemäldegalerie vor allem die
Semper-Oper steht. Dieser Musiktempel gehört zu den Top's der internationalen
Opernhäuser. Zum Abschluss ging es zum Zwinger, dem Festspielplatz der
sächsischen Kurfürsten.
Nachdem die Führung beendet
war, ging es zum gemeinsamen Kaffeetrinken, und anschließend trennten wir uns
wieder: Schach, eine Führung in der Semperoper und Shopping standen alternativ
auf dem Programm.
Wir im ICC konnten dann eine
Reihe von Schach-VIP's bei ihrer „Arbeit" beobachten. Peter Leko, Judith
Polgar, Viktor Kortschnoi, natürlich Kramnik und seine russische Mannschaft
(u.a. mit Peter Svidler), Shirov (der für Spanien spielt), selbstverständlich auch die deutschen Spieler
und Spielerinnen ... und, und, und.
Als uns die Köpfe rauchten,
gingen wir dann wieder zum vereinbarten Treffpunkt. Diesmal hatten die Frauen das
Lokal zum Abendessen ausgesucht. Es war das Sächsisch-Böhmische Brauhaus
„Altmarktkeller". Eine sehr gute Wahl! Hier passte Essen und Preis sehr gut
zueinander - und wir stellten fest, es muss nicht immer der Grieche oder der Italiener
sein; die deutsche Küche hat durchaus ihre Reize. Allerdings war die Livemusik
etwas laut; und „humbta, humbta, tätärä" ist auch nicht jedermanns Sache. Ich
schätze, dass ca. 75 % der geführten Gespräche dabei untergingen ... Aber gut -
man kann nicht alles haben.
Anna - sie wurde von allen verwöhnt - bekam vom
Haus zum Trost eine Puppe geschenkt, nachdem direkt vor ihrer Nase ihr
Luftballon platzte - man kann sich vorstellen, wie erschrocken sie war. In
der Nacht dann wieder das Treffen in Michaels Appartement - und ab ins
Internet.
3. Tag:
Der Tag der Abreise.
Ich hatte ein Pflichtprogramm
vor mir, da ja bekanntlich mein Bruder in Dresden wohnt. Alle anderen
Gruppenmitglieder konnten den Tag nach ihren eigenen Vorstellungen nutzen - die
Glücklichen ...
An diesem Tag begann
vormittags auch der Deutschland-Cup. Viele, wirklich viele Bekannte aus Baden
traf ich dort (und auch in der Stadt), so dass ich vom Spielgeschehen nichts
mitbekam. Ansonsten gingen einige ins Schloss, wo das „Grüne Gewölbe" auf sie
wartete. Das Grüne Gewölbe war damals die erste Kunstausstellung in Europa, die
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Was nützten alle Reichtümer, wenn
man damit nicht vor den anderen europäischen Höfen prahlen konnte. Andere
wiederum nahmen noch einmal das Flair der Stadt bei einem Gang durch die
Innenstadt auf. Wichtig war nur, dass sich alle zwischen 15.00 und 15.15 Uhr
rechtzeitig wieder im Hotel zur Abreise einfanden. Wie nervös ich werden kann
wenn jemand fehlt, können alle bezeugen, die mich als Mannschaftsführer kennen.
Aber auch das klappte wieder. Alles prima ... Was uns noch auf der Fahrt
zurück erwarten sollte, konnten wir ja nicht ahnen.
Die einzige, die das offenbar
überhaupt nicht störte, war Anna. Mit einem „Quer-durchs-Beet" aller ihr aus
dem Kindergarten bekannten Lieder (untergebracht in einer einzigen Melodie:
„Jingle bells, jingle bells, jingle all the way ...") unterhielt sie die
Fahrgäste.
Mit ca. 25 Minuten Verspätung
kamen wir schließlich in Mannheim an.
Ich
glaube, alle haben in dieser Nacht wunderbar geschlafen.
An dieser Stelle möchte ich
mich noch einmal bei allen Fahrtteilnehmern herzlich bedanken für die gute
Stimmung, die alle einbrachten. Mir hat es mit Euch Spaß gemacht! Ähnliche oder
auch andere Unternehmen außerhalb des Spielbetriebs haben damit ihre Feuertaufe
(nach der Wanderung am 9.11.) erneut bestanden. Wir machen Fortschritte ...
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Frank Schmidt,Michael Fischer
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